Die Tatsache, dass die Textilproduktion sowohl Klimafolgen hat als auch einen hohen Ressourcenverbrauch verursacht, wird zunehmend anerkannt. Das ist natürlich positiv, gleichzeitig ist es aber äußerst wichtig, dass Maßnahmen zur Reduzierung der Klimafolgen auf Fakten basieren, damit sie die beabsichtigten Wirkungen erzielen.

Mit großem Ehrgeiz beschloss die EU 2018, dass die Mitgliedstaaten Textilabfälle bis 2025 sortieren sollen, um sie wiederzuverwenden und zu recyceln, anstatt sie auf Deponien und in Verbrennungsanlagen zu entsorgen. Durch diese Vorgabe sollten eine höhere Ressourceneffizienz und mehr Arbeitsplätze im Inland geschaffen werden. Seitdem suchen verschiedene Akteure nach Lösungen, wie Textilien effizient und in großem Umfang wiederverwendet und recycelt werden können. Technologien und Verfahren wurden entwickelt und Kooperationen zwischen verschiedenen Akteuren initiiert. Nicht selten haben sich Akteure der Textildienstleistungsbranche frühzeitig beteiligt und die Entwicklung aktiv vorangetrieben.

Prozesse und Geschäftsmodelle brauchen jedoch Zeit, um sich zu entwickeln. Die chaotische Situation der letzten Monate seit Einführung der Textilsortierpflicht in Schweden hat deutlich gezeigt, dass die gesamte Wertschöpfungskette funktionieren muss, bevor die ökologischen und sozialen Vorteile dieser Art von Vorschrift zum Tragen kommen können. Andernfalls besteht die große Gefahr, dass die guten Absichten unerwünschte Folgen haben.

Der Schwedische Wäschereiverband argumentiert seit Jahren, dass ein verstärkter Fokus auf Textilrecycling auch erhebliche Investitionen in die Entwicklung von Technologien für hochwertiges Textilrecycling erfordern muss. Leider ist die Anzahl der Annahmestellen für Textilabfälle nach wie vor sehr begrenzt, und es fehlen ausgereifte Technologien für die Annahme und Behandlung komplexerer Fasermischungen. Aufgrund der unzureichenden Kapazitäten werden große Mengen an Textilien gelagert, die angestrebten Umweltvorteile bleiben aus, und die Berichterstattung in den Medien birgt die Gefahr, das Vertrauen in das System und damit in die Wiederverwendung und das Recycling zu untergraben, die schon lange vor Einführung der Sortierpflicht üblich waren.

Lesen Sie den vollständigen Nachhaltigkeitsbericht (PDF) »

Teilen Sie es
25% RUT-Abzug auf Wäsche